Die Notrufnummern 116117, 112 und 110 unterscheiden sich in ihrer Funktion, und es ist wichtig, zu wissen, welche Nummer Sie in welcher Situation anrufen sollten:
1. 112 – Der allgemeine Notruf
- Wofür?: Dies ist die wichtigste Notrufnummer für medizinische Notfälle und Brände.
- Wann anrufen?
- Bei medizinischen Notfällen, wie plötzlichem Herzinfarkt, Schlaganfall, schweren Verletzungen oder Bewusstlosigkeit.
- Bei Bränden, Gasgerüchen, Explosionen oder anderen schweren Unglücken.
- Erste Hilfe und Rettungsdienste werden hier über diese Nummer alarmiert.
- Was passiert?: Der Rettungsdienst wird alarmiert, und der Anrufer wird ggf. mit einem Disponenten verbunden, der Anweisungen zur Ersten Hilfe geben kann, bis professionelle Hilfe eintrifft.
2. 110 – Polizei
- Wofür?: Diese Nummer ist für Notfälle, die die Polizei betreffen.
- Wann anrufen?
- Bei Straftaten wie Diebstahl, Einbruch, Körperverletzung oder Raub.
- Bei Verkehrsunfällen, bei denen möglicherweise Personen verletzt wurden oder bei denen ein Fahrer unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol steht.
- Bei öffentlichen Unruhen oder anderen Situationen, die eine schnelle polizeiliche Intervention erfordern.
- Was passiert?: Die Polizei wird verständigt und kümmert sich um die Sicherheitslage, Ermittlungen oder Strafverfolgung.
3. 116117 – Ärztlicher Bereitschaftsdienst
- Wofür?: Diese Nummer ist für den ärztlichen Bereitschaftsdienst, wenn kein akuter Notfall vorliegt, aber dennoch medizinische Hilfe notwendig ist.
- Wann anrufen?
- Wenn Sie ärztliche Hilfe außerhalb der regulären Sprechzeiten benötigen (z. B. abends, nachts oder an Wochenenden).
- Bei weniger schwerwiegenden, aber dennoch dringenden Gesundheitsproblemen, wie z. B. Fieber, Bauchschmerzen oder einer Erkältung, die nicht bis zum nächsten Werktag warten können.
- Wenn Ihr Hausarzt nicht erreichbar ist und Sie medizinische Beratung brauchen.
- Was passiert?: Sie werden mit einem Arzt verbunden, der entweder telefonische Beratung bietet oder Ihnen eine Notfallpraxis in Ihrer Nähe nennt.
Zusammenfassung:
- 112: Rettungsdienst und Feuerwehr (bei medizinischen Notfällen oder Bränden).
- 110: Polizei (bei kriminellen Vorfällen oder Verkehrsunfällen).
- 116117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst (bei dringenden medizinischen Fragen außerhalb der regulären Sprechzeiten, aber kein echter Notfall).
Wenn Sie sich unsicher sind, rufen Sie immer 112 an. Die Notrufnummer 112 ist immer die richtige Wahl, wenn es sich um einen Notfall handelt, der medizinische Hilfe oder Feuerwehr benötigt.
Erste Hilfe im Betrieb ist ein wesentlicher Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes und dient dazu, bei Unfällen, Verletzungen oder plötzlichen Erkrankungen schnell und kompetent Hilfe zu leisten. Eine gut organisierte Erste-Hilfe-Struktur im Unternehmen kann die Folgen eines Unfalls deutlich mindern und im Ernstfall sogar Leben retten. Hier sind die wichtigsten Elemente für eine effektive Erste Hilfe im Betrieb:
1. Erste-Hilfe-Beauftragte und Schulungen
- Ersthelfer: Jedes Unternehmen muss ausreichend ausgebildete Ersthelfer haben. Die Anzahl richtet sich nach der Betriebsgröße und dem Gefahrenpotenzial. Zum Beispiel wird für Bürobetriebe mindestens ein Ersthelfer pro 20 Mitarbeitende empfohlen; in höheren Risikobereichen ist die Anzahl höher.
- Schulungen und Auffrischungen: Ersthelfer sollten alle zwei Jahre eine Auffrischung ihrer Erste-Hilfe-Kenntnisse erhalten, um sicherzustellen, dass sie im Notfall richtig handeln können.
2. Erste-Hilfe-Ausrüstung
- Erste-Hilfe-Kasten: In jedem Betrieb müssen Erste-Hilfe-Kästen gemäß den Vorschriften (z. B. nach DIN 13157 oder DIN 13169) vorhanden und jederzeit leicht zugänglich sein.
- Standorte: Erste-Hilfe-Materialien sollten an zentralen, gut gekennzeichneten und schnellen erreichbaren Orten platziert werden. Auch spezielle Erste-Hilfe-Ausrüstung kann je nach Arbeitsumfeld erforderlich sein, etwa Augenspülstationen in Laboren.
- Wartung: Erste-Hilfe-Kästen sollten regelmäßig auf Vollständigkeit und Verfallsdaten überprüft und bei Bedarf aufgefüllt werden.
3. Notfallpläne und Dokumentation
- Notfallplan: Der Betrieb sollte einen klaren Notfallplan haben, der beschreibt, was im Ernstfall zu tun ist. Mitarbeitende müssen wissen, wen sie im Notfall anrufen können und wo sich der nächstgelegene Erste-Hilfe-Kasten befindet.
- Dokumentation von Unfällen: Alle Erste-Hilfe-Leistungen und Unfälle sollten dokumentiert werden, um potenzielle Unfallursachen zu erkennen und zu beheben. Oft gibt es hierfür Meldeformulare, die die wichtigsten Informationen für eine Analyse erfassen.
4. Defibrillatoren (AED)
- In größeren Betrieben oder in solchen mit einer hohen Anzahl von Mitarbeitenden kann die Bereitstellung eines automatisierten externen Defibrillators (AED) Leben retten, besonders bei Herz-Kreislauf-Notfällen. Einfache Schulungen erklären die Anwendung des AED, da moderne Geräte sprachgeführte Anweisungen bieten.
5. Regelmäßige Übungen und Sensibilisierung
- Erste-Hilfe-Übungen: Regelmäßige Übungen und Sicherheitsunterweisungen helfen, die Abläufe im Notfall einzuprägen und das Bewusstsein für Erste-Hilfe-Themen zu schärfen.
- Sensibilisierung: Auch Mitarbeitende ohne Ersthelfer-Ausbildung sollten mit grundlegenden Erste-Hilfe-Maßnahmen und Notfallplänen vertraut sein. Aushänge und regelmäßige Informationen tragen dazu bei.
Ein gut organisiertes Erste-Hilfe-System im Betrieb zeigt nicht nur das Engagement des Unternehmens für die Sicherheit seiner Mitarbeitenden, sondern trägt auch dazu bei, im Notfall effektiv und sicher zu handeln.